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Fashionlogistik deluxe

Als erfolgreicher Modeversender im gehobenen Qualitäts- und Preissegment setzt PETER HAHN auf eine Bündelung der logistischen Abläufe und ein integriertes Gesamtsystem. Die Software, die dies ermöglicht: Das Warehouse Management System inconsoWMS, mit dem sich die Gesamtkapazität der Anlage um rund zehn Prozent steigern ließ.

 

Was 1964 mit der Produktion und dem Vertrieb von Jacken, Mänteln und Decken aus exotischem Lamahaar begann, ist heute ein europaweit wachsendes Fashionunternehmen. PETER HAHN vertreibt inzwischen über 250 Marken via Katalog, Internet und stationärem Einzelhandel. Im Multichannel-Verfahren steuert der Spezialversender die Filialbelieferung an 21 Modehäuser in Deutschland und der Schweiz sowie die europaweite Belieferung an Endkunden in neun weiteren europäischen Ländern: Schweiz, Österreich, Belgien, Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Dänemark und Finnland.

Herausforderung Fashionlogistik
Ausgestattet mit erweiterten hochtechnisierten Lager- und Fördersystemen bietet das zentrale Distributionszentrum am Stammsitz Winterbach auf ca. 40.000 Quadratmetern Nutzfläche Kapazitäten für den Versand von bis zu 9 Millionen Artikeln pro Jahr. Dabei kam es PETER  HAHN im Rahmen des Migrationsprojekts insbesondere auf die Schaffung einer zugleich modernen und integrationsfähigen Lösung an, die eine gebündelte Planung und Steuerung der logistischen Abläufe und eine nahtlose Anbindung der technischen Komponenten ermöglichen würde. Denn gerade die saisonale, aber auch die ereignisgetriebene Ausrichtung des Fashiongeschäftes fordert dem Unternehmen ein hohes Maß an Prozesssicherheit ab. Hinzu kommt das primär auf die „Silver Society“ ausgerichtete Geschäftsmodell, das besonders hohe Qualitätsanforderungen gegenüber Produkt, Service und auch an die damit verknüpfte Logistik stellt.

 

Bei der Warenvereinnahmung und im Versandprozess haben wir sehr viel Papier aus der Vergangenheit eliminiert.

 

Auf dem Weg Richtung Zukunft
Seit über 50 Jahren wächst die hundertprozentige Tochter-gesellschaft der TriStyle Mode GmbH kontinuierlich. Den Ausbau und die Modernisierung der Logistikkapazitäten startete PETER  HAHN 2017 gemeinsam mit inconso. In einer auf die besonderen Anforderungen in Winterbach zugeschnittenen Fulfillment-Ausprägung wurde eine zentrale Lösung eingeführt, in der auch die Prozesse der nahegelegenen Außenlager in einer performanten Lösung gebündelt wurden.

Konkret vereint das Warehouse Management System etwa die bedarfsgerechte Nachschubsteuerung bei der Lagerung von rund 80.000 unterschiedlichen Artikeln. Hinzu kommt die Steuerung einer mehrstufigen Kommissionierung oder die automatische Vollständigkeitskontrolle der Packstücke im Wareneingang und Warenausgang. In der Hochzeit verzeichnet PETER  HAHN bis zu 4.000 Wareneingänge pro Monat – und bis zu 35.000 im ganzen Jahr. Über die neue Logistiklandschaft hat PETER HAHN eine zukunftsfähige Basis geschaffen, die auf die wachsenden Versandzahlen des E-Commerce ausgerichtet ist und die Abwicklung nicht zuletzt mithilfe ergonomischer Arbeitsplätze und grafischer Dashboards vereinfacht. Mit der Wahl einer integrationsfähigen Softwarebasis in Form des inconsoWMS wappnet sich PETER  HAHN für noch kommende Projekte. Denn mit der neuen Lösung ist auch die Migration auf ein modernes, übergreifendes ERP-System vorbereitet, mit deren Umsetzung sich PETER HAHN derzeit intensiv befasst.

Knackpunkt Hängeware
Bemerkenswert sind die Prozessoptimierungen, die bereits bei der Warensteuerung greifen. Das Warehouse Management System unterstützt hierbei die differenzierte Steuerung der Liegeware und Hängeware im Wareneingang und den dafür jeweils vorgesehenen Lagerbereichen. Liegewaren werden in Winterbach auf Palettenplätzen zwischengelagert, dann gerüstet und gezählt, konsolidiert etikettiert und eingelagert. Bei diesem Prozess unterstützt das System die Mitarbeiter über MDTs (Mobile Data Terminals), mit denen die Prozessgeschwindigkeit bei der Einlagerung deutlich verbessert werden konnte.

Hängewaren wiederum werden in einer hierauf ausgerichteten Pufferbahn zwischengelagert und ebenfalls gerüstet. Den anschließenden Transport in den Zielbereich übernimmt die Fördertechnik. Nach dem Kommissionieren werden die Warenstücke mithilfe eines RFID-gestützten Wheelysystems (Taschensorter) in den Packbereich überführt. Kapazitäten in Form von 15.000 Taschen für Liegeware und Platz für 9.000 Bügel für Hängeware hält der Taschensorter vor.

Versandvorbereitung
Die reguläre Versandvorbereitung beginnt mit der automatischen Batchbildung morgens ab vier Uhr. Dabei wurde mit der Einführung des inconsoWMS an einer optimierten Kommissionierstrategie gefeilt, über die sich sämtliche ausgehenden Waren optimal zusammenführen und konsolidieren lassen. Ein Highlight des Systems bildet hierbei die intelligente Auftragsplanung auf Basis einer flexiblen, ressourcenoptimierten Kommissionierung in Wellen bzw. Batches. Darauf aufbauende Kommissionierstrategien sorgen durch eine effiziente Abwicklung für hohe Qualität bei der Belieferung aller Absatzkanäle.

Eine weitere Welle folgt mittags für eingehende Express-lieferungen, die innerhalb von 24 Stunden beim Kunden abgeliefert werden müssen. Das Warehouse Management System unterstützt PETER  HAHN aber nicht nur bei der effizienten Auftragssteuerung, sondern auch bei der automatischen Vollständigkeitskontrolle der Packstücke im Wareneingang und Warenausgang. Sind Bestellungen zu einem Versandstück zusammengeführt, werden sie auf einem von 40 Arbeitsplätzen verpackt und über das Print-on-Demand-Verfahren mit einem Versandetikett und den vorgesehenen Begleitpapieren versehen.

Versandprozesse im Fluss
In Winterbach wird ein Auftragsvolumen von bis zu 30.000 Packstücken pro Tag bewältigt. Bei Versandprozessen, die von kleinen Einzelbestellungen bis zu umfassenden Nachschubaufträgen reichen können, sind in vielen Fällen umfassendere Systemfeatures gefragt. Daher setzt PETER  HAHN außerdem auf das von inconso entwickelte Shipping & Dispatch System, das zusätzliche Funktionalitäten für die Versandabwicklung vereint. Gehen die Waren auf den Versandweg, unterstützt inconsoSDS auch bei der Übergabe relevanter Informationen an involvierte Logistikdienstleister. Per Scan werden die Pakete automatisch erfasst und an das Tor des zugeteilten KEP-Dienstleisters befördert.

Retouren sind bei PETER  HAHN übrigens kaum ein Thema – eine beachtliche Leistung im sonst von Retouren geprägten Fashionumfeld. Dagegen adressiert PETER HAHN mit einer weiblichen Kern-Zielgruppe ab 45 Jahren vor allem Kunden, die wissen, was sie wollen. So entfällt für einen Teil der über das Internet verkauften Ware die aufwändige Retourenabwicklung, wie sie in der Textilbranche üblich ist.

Bis in die Filiale
Die Integration des Warehouse Management Systems führt bis in die Filiale von PETER HAHN. Direkt am Peter-Hahn-Platz in Winterbach sind die Modeberaterinnen und Modeberater in der Lage, den Lagerbestand einzusehen und Waren für Kunden zu reservieren. Die Ware kann direkt aus dem Lager gepickt werden. Das Kleidungsstück steht den Filialkunden schon nach einer kurzen Kaffeepause zur Verfügung.

Zukunfts- und wachstumsfähig
Die Inbetriebnahme der neuen Softwarelandschaft in Winterbach erfolgte im Juni 2018. Das Lagerverwaltungs- und Versandabwicklungssystem wurde per „Big Bang“ in Betrieb gesetzt – der technologische Sprung erfolgte somit bei laufendem Betrieb. In Vorbereitung dazu erfolgte die Anbindung von Sorter und Fördertechnik, deren Steuerung an das Warehouse Management System übertragen wurde. Beide Vertriebskanäle – die Filial- sowie Endkunden-belieferung – können optimal bewältigt werden.

Die Neuerungen der Logistik-IT in der Lagerverwaltung und dem Versandwesen sind Teil eines mehrstufigen Modernisierungsplans, den der Modehändler in Zusammenarbeit mit inconso 2019 fortgesetzt hat. „Mit technischem Know-how und tiefem Prozessverständnis hat das inconso-Projektteam im Rahmen einer reibungslosen Migration überzeugt“, wie Gerhard Krauth, Bereichsleiter Logistik bei PETER HAHN, betont.

 

Im Interview: Gerhard Krauth, Bereichsleiter Logistik bei PETER HAHN

inconso: Herr Krauth, welchen Stellenwert nimmt IT im Kontext einer zukunftsorientierten Unternehmensstrategie Ihrer Meinung nach ein?

Gerhard Krauth: IT nimmt einen ganz entscheidenden Stellenwert ein. In einem sich immer schneller verändernden Markt braucht es ein flexibles und skalierbares System als Basis für neue Prozesse oder auch notwendige Anpassungen. IT ist damit Garant für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens – und so auch für PETER HAHN.

inconso: Welche Kriterien haben vor diesem Hintergrund zur Einführung des inconsoWMS bewogen?

Gerhard Krauth: Das inconsoWMS bietet eine sehr gute Lösung für unsere Multichannel-Strategie. inconso ist seit Jahren erfolgreich im Markt und schöpft für unsere Branche aus einem sehr großen Erfahrungsschatz. Wir hatten auch vor unserem Projekt immer wieder Kontakte ins Haus. Daraus wuchs im Laufe der Zeit Vertrauen. Das war letztlich auch mitentscheidend, den Weg mit inconso zu gehen.

inconso: Wie haben Sie den Projektablauf und das Projektmanagement im Rahmen der Migration empfunden?

Gerhard Krauth: Das Team überzeugte mit sehr gutem Prozessverständnis. Alle Abläufe wurden eingehend analysiert und bewertet. Dabei war die Vorgehensweise immer klar strukturiert und zielorientiert. Es wurden alle vereinbarten Termine gehalten und es gab keine Fluktuation. inconso überzeugte durch Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit. Damit konnte der vorgesehene sportliche Zeitrahmen nach Plan erfüllt werden.

 

Das Warehouse Management System von inconso bietet eine sehr gute Lösung für unsere Multichannel-Strategie.

 

inconso: In welchen Prozessbereichen stellen Sie die größten Verbesserungen fest?

Gerhard Krauth: Bei der Warenvereinnahmung und im Versandprozess haben wir sehr viel Papier aus der Vergangenheit eliminiert und arbeiten jetzt elektronisch – quasi ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung. Insbesondere bei der Inventur und in der Packerei konnten wir mit inconsoWMS Prozesse optimieren und unsere Produktivität deutlich steigern.

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